Ironman 70.3 in Rapperswil-Jona

Die Vorbereitung mit den Wettkämpfen an der Regattastrecke (VD) und dem Triathlon in Ingolstadt (Oly) lief sehr vielversprechend.
In beiden Wettkämpfen konnte ich Bestzeit einfahren, Routine sammeln und Vertrauen ins Equipment – allem voran mein Airstreeem Super TT – gewinnen.

Vorgeplänkel:
Am Samstag erst sind meine Frau Sabina und ich in Rapperswil angereist, und nach etwas Parkplatzsuche haben wir uns ins Getümmel rund um die Ironman Messe, Startunterlagen abholen und Bike-Check Inn gestürzt.
Das Event ist echt gut organisiert, das Abholen der Unterlagen geht super schnell und keine Stunde später steht mein Bike auch schon in der Wechselzone.

Auf dem Eventgelände treffe ich auch schon den Dani und nach etwas Rumblödeln auf der Messe und einer glühenden Kreditkarte im Ironman Shop geht es dann mit meiner Bina ins Hotel.
Das Zimmer namens Blütenrausch wird seinem Namen auch so richtig gerecht 🙂 Dennoch fühlen wir uns so ca. 10km außerhalb von Rapperswil richtig wohl.
Nach einem letzten Tapering Läufchen gibt es die obligatorischen Nudeln als Abendessen.

Super entspannt packe ich meine Sachen für den Renntag und dann geht es auch schon ab ins Bett.
Ich schlafe wie ein Baby und das erste Mal vor einem Rennen weckt mich tatsächlich der Wecker.
Ich glaube die beiden Rennen als Vorbereitung in den letzten 14 Tage und das Training mit tRi.P.coaching geben mir die Sicherheit und nehmen mir fast jede Nervosität.

Easy Frühstück und schon geht es Richtung Wechselzone. Wie sichern uns einen Parkplatz auf einem Parkdeck in 10min Fußweg zur Event Area.
Da geht es auch direkt hin, Dani, Laurent und einige tRi.P.coaching Athleten treiben sich da auch noch rum. Um 7.50 Uhr schließt die Wechselzone und da ich noch 1:20h bis zu meinem Schwimmstart habe gehe ich mit Bina wieder zurück zum Auto.
Ein bisserl Warmup und Stretching um die Spannung hochzuhalten müssen dann doch sein. Jetzt kommt auch ein wenig Nervosität durch, das aber auch nur weil es gerade so richtig warm wird.

Zurück am Eventgelände hilft mir Bina noch in den Neo und dann geht es Richtung Schwimmstart, ja lecko mio ist der See kalt. Luft 30Grad See 16 Grad 🙂

Rennen:
Klar geht es mit dem Schwimmen los und da muss ich wie immer einfach durch. Ich versuche locker zu Schwimmen und mich nicht von der Kälte beeindrucken zu lassen.
Leider tue ich mich immer noch schwer mit der Orientierung und der Einschätzung wie schnell ich im Wettkampf schwimmen kann/darf/soll. Zu wenig Open Water Erfahrung mit Kraulschwimmen kommt da wieder voll durch.
Es dauert also 42Minuten bis ich wieder festen Boden unter den Füßen habe. Jetzt geht es los aufs Rad, yeahh. In der Wechselzone brauche ich etwas um aus dem Neo rauszukommen aber bei der Schwimmzeit ist das eh schon egal 🙂


Der Wechsel aufs Rad gelingt mir gut und schon geht es auf den ersten flachen 10 Kilometer Richtung der Berge und den Höhenmetern. Ich lasse Biker um Biker rechts von mir liegen. Auch am Berg komme ich gut zurecht und ich kann viele Plätze gutmachen.
Dieses Mal komme ich sogar mit der Verpflegung super klar, keine Würgereflexe beim Zuführen von Gels wie sonst immer. Bergab ist es in den Schweizer Bergen echt schön zu fahren. Wenige enge Kurven und auch keine zu steilen Abfahrten.
Getreu der Idee von Dani – bergab ausruhen ist nicht – trete ich brav in die Pedale und meine V-Max liegt bei 72kmh.

Nach 1:21h bin ich am Wendepunkt und trotz der Höhenmeter bin ich richtig flott (für meine Verhältnisse) unterwegs.

Auch in der 2. Runde sind die Beine noch frisch und ich bin gut unterwegs. Nach 2:44h erreiche ich die Wechselzone.

Der Wechsel gelingt mir sehr flott aber auf dem Weg zum Bike-Rack schlage ich mir meine große Zehe so richtig böse auf einem Bump im Boden an. Die Angst kommt auf, dass der Zeh gebrochen sein könnte. Im Wechselzelt wird durch „professionelles“ Rumdrücken am Zeh kurz geprüft ob das gut gehen könnte und ich laufe einfach mal trotz der Schmerzen los. Der Zeh tut zwar weh, spielt aber keine Rolle.
Die ersten beiden Kilometer kann ich auch bei den anvisierten 5:10min auf den Kilometer bleiben, aber schnell wird mir klar, dass ich diese Pace – der Hitze und wohl auch der flotten Radfahrt Tribut zollend – nicht halten kann.
Nach 8km auf der Laufstrecke ist es sogar soweit, dass mir kurzzeitig schwindelig wird und ich nur noch an eins Denken kann #dagegenhalten.
Im Ernst mit noch 13km to go hilft mir die letzte Email von Coach Preissl, in der er schreibt: „Wenns hinten raus hart wird: dagegenhalten!!“ und auch Florian Czada hat das in einem instagram Post nochmal als hashtag aufgegriffen.
Das sage ich mir immer wieder und mit Blick die Uhr ist das erste Mal ein Finish in 5:30h in greifbare Nähe gerückt. Ich muss also dranbleiben und #dagegenhalten. Meine Kilometerzeiten fallen wieder mal auf 5:30min und es wird so richtig zäh.


Das Leiden auf der Laufstrecke hat sich ausgezahlt, in 5h27min überquere ich überglücklich und doch gezeichnet von den Strapazen die Ziellinie. Dieses Mal nehme ich ein Bad der Gefühle das kaum in Worte zu fassen ist. Die Freude über die Zeit wechselt sich mit dem erlösenden Gefühl ab, dass ich nicht mehr weitermachen muss. Ich reiße jubelnd die Hände hoch um sie dann mit Tränen in den Augen über dem Kopf wieder zusammenzuschlagen.

Ich bin so froh, dass ich im Ziel bin, ich bin so froh über die Zeit und doch so angepisst über meine Performance beim Laufen und beim Schwimmen. Oh man crazy Kopf.

 

Nach dem Rennen bleibe ich noch in der Event Area. Nachdem ich mir meinen Sieger-Kuss von Bina abgeholt habe fährt meine große Liebe zurück ins Hotel. Ich dusche und geselle mich zu den Athleten von tRi.P.coaching. Es gilt auf die Award Ceremonies zu warten, Ralf und Silvia zu beklatschen um dann zusammen mit dem Team selbst aufs Treppechen hochzudürfen. Auch wenn ich nicht zu den 5 im Team gehöre, deren Punkte aus dem Rennen in die Wertung einfließen ist es doch ein super Gefühl in einer Mannschaft mit den ganzen Maschinen zu sein. Triclub Ranking Platz 2. Wahnsinn!!!! Ich werde von 2151 Startern „nur“ 923. Dennoch ist mein Glas halbvoll und ich bin unter den 43% der besten Finisher.

Obwohl es nun fast 3 Wochen her ist (ich schreibe erst am 19.6. den Bericht) kommen diese Gefühle wieder voll hoch. Beim Schreiben breche ich vor Freude aber auch dem Wissen über das Leiden in Tränen aus. Heute weiß ich, dass ich nicht nur Bestzeit gemacht habe. Nein, ich habe auch endlich einmal das wahr gemacht was ich immer wollte. Ankommen mit dem Wissen: 1 Minute schneller wäre nicht drin gewesen. Klar wird jetzt jeder sagen: Logo, 1min geht immer. Nein tut es nicht!

 

Jetzt heißt es Danke sagen: Ganz vorne Danke an meine Bina! Von Hol-und Bringdienst, Fotoservice, Bikini Aus-/Einblick an der Strecke bis hin zu Seele streicheln hat sie wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Danke an alle Volunteers an der, in der und um die Strecke. Danke an Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und an jeden, der dieses Event möglich gemacht hat. Ich komme sicher mal wieder. Last but not least: Das kann mir keiner mehr nehmen!

 

Triathlon Ingolstadt olympische Distanz

Nach dem für mich tollen Start in die Wettkampfsaison 2019 an der Regattastrecke in Oberschleißheim stand direkt am darauffolgenden Wochenende die olympische Distanz in Ingolstadt auf dem Plan.
Unter der Vorgabe meine Form für den Hauptwettkampf Ironman 70.3 in 7 Tagen darauf nicht zu gefährden und dem Plan weiter an Routine zu gewinnen ging es am Sonntag, den 26.5. morgens Richtung Ingolstadt.
Das Holen der Startunterlagen und der Bikecheckinn gestalten sich wegen der Parkplatzsituation und den langen Wegen vor Ort als etwas nervig.
Dennoch kam dann schon bald das Rennfieber, auch wenn der Coach mir die angezogene Handbremse verordnet hatte.

Rennen:
Auch hier in Ingolstadt im Baggersee steigt die Wassertemparatur nicht über 16 Grad. Ich tue mich mal wieder richtig schwer mit der Kälte, auch mit der Orientierung komme ich wieder mal eher schlecht zurecht und ich schwimme kreuz und quer.

In erst knapp 32min konnte ich wieder festen Boden unter meinen Beinen spüren. Der Wechsel aufs Rad ist mir gut geglückt aber hier auf der Radstrecke kommt auch schon das 2. nicht so tolle Thema in der Orga des Events. Auf den ersten beiden Kilometern der Radstrecke herrscht absolutes Überholverbot. Für mich als schlechten Schwimmer, der dann auch auf eher langsamere Radfahrer trifft ist das sehr nervig. Ich bin gefühlt ewig hinter einem Pulk von Schnarchern hergedandelt. Danach ging es so richtig los. Meine Beine waren wie bei der Volksdistanz die Woche davor echt locker. Ich habe mich aber bewusst zurückgehalten!

Mit einer Zeit von 1:09:57 konnte ich die Wechselzone erreichen. Die letzten beiden Kilometer leider wieder dasselbe Bild: Biker die ihre Beine lockern wollen fahren mit 20km/h in Richtung Wechselzone, und wieder Überholverbot!
Der Wechsel auf die Laufstrecke gelingt mir auch ganz gut und ich versuche die 5min/km anzulaufen um ein Gefühl zu bekommen wie schnell ich die Woche drauf auf der Mitteldistanz den Lauf angehen könnte.

Auch das haut echt gut hin. Die 10km sind nach 47:40 auch Geschichte. Trotz angezogener Handbremse erreiche ich auch hier in Ingolstadt meine persönliche Bestzeit auf der olympischen Distanz.

Fazit:
Training der letzten 7 Monate scheint sich bezahlt zu machen und ich fühle mich zunehmend wohler in den Rennen. Der Ironman 70.3 in Rapperswil kann kommen

0:31:48 | 471. 03:26 1:09:57 | 231. 01:34 0:47:40 | 265.

Danke sagen mag ich diesmal vor allem meiner Frau Sabina, ohne Dich wäre es super langweilig geworden bis zum Schwimmstart 🙂 Ich bin immer so happy wenn DU dabei bist

Triathlon Volksdistanz in Oberschleißheim

Nach dem durchwachsenen Sportjahr 2018 und dem doch versöhnlichen Abschluss von 2018 beim Mitteldistanz Triathlon in Porec habe ich mich noch im Oktober entschieden in das Trainingsjahr 2019 mit Ralf Preissl und tRi.P.coaching zu gehen. Seit Oktober 2018 ist also Ralf wieder für meine Trainingssteuerung verantwortlich.
Das sollte sich schon am 18.Mai 2019 an der Regattastrecke in Oberschleißheim beim triathlon.de CUP bezahlt machen.
Immer schon wollte ich eine Sprintdistanz unter 1:15h finishen und auch wenn es knapp werden sollte hab ich mir das natürlich auch vorgenommen.
Aus dem vollen Training unter der Woche heraus sollte dennoch das Gewinnen von Erfahrung und Routine beim Rennen an oberster Stelle stehen.
Auch das Setup von meinem Airstreeem Super TT, das seit 5 Jahren immer wieder voll gezickt hat, sollte hier auf die Probe gestellt werden.

Rennen
Trotz des neuen Neoprenanzugs bin ich bei den krassen Wassertemperaturen von ca 14 Grad echt schwer in meine eh schwächste Diziplin gekommen.

Auf dem Rad ging es dann aber so richtig in die vollen, die Einheiten auf dem kickr im Winter hatten sich wohl ausgezahlt. Das Super TT hält!

Obwohl ich meine Beine fürs Laufen noch am Start haben wollte konnte ich ca 40km/h im Schnitt halten und die 20km mit 16 mal 90-Grad-Kurve in 00:30:52 bewältigen.


Mit echt noch frischen Beinen konnte ich die Laufstrecke mit 4:30-4:45min/km angehen. Leider kommt es jetzt anders als erwartet – die unterschiedlichen Laufstrecken für olympische und Volks-Distanz sind nicht sauber ausgeschildert. In der ersten Route laufe ich zuerst zu weit um dann von einem Ordner wieder auf eine auch für die Volksdistanz zu kurze Strecke geschickt zu werden. Erst in der dritten Runde werde ich von den Streckenposten auf die richtige Route geschickt. Dieses Tohuwabohu hat eine lichte und eine schattige Seite. Leider muss ich meine wirkliche Zielzeit mit den Daten meiner Uhr hochrechnen, das ist eher schattig. Auf der Licht Seite steht der Podiumsplatz in meiner Alterklasse 🙂

Klar weiß ich den aber zu werten. Mit einer Zielzeit von 1:02:06 bin ich trotz hochgerechneter Zielzeit weit unter den 1:15h geblieben und ein erster Schritt Richtung 5:30h auf die Halbdistanz ist gemacht.

Danke sagen möchte ich ganz lieb meiner Frau Bina, die mich super unterstützt und mir Kraft gegeben hat. Am darauffolgenden Wochenende würde sie ja schon wieder den nächsten Einsatz haben.

Hier die harten Fakten :

 

Dobrodsosli in Kroatien – Porec Triathlon

Vorspiel:

Lang lang ist es her, dass ich mich auf eine Mitteldistanz eingelassen habe, im Oktober 2016 bin ich in Miami das letzte Mal über eine Ironman 70.3 Ziellinie gelaufen. Nach dem durchwachsenen Start in das Jahr 2017 habe ich mir für 2018 nicht viel vorgenommen.

Dennoch habe ich mich von der allgemeinen Euphorie meiner Freunde mitreißen lassen und mich für den Ironman 70.3 im Kraichgau angemeldet.

Nach Training ohne Trainingsplan und ohne wirkliches Rennen vor dem Event habe ich die Tage bis hin zu den Minuten vor dem Start keine Aussicht auf Spaß im Rennen gefunden. Ich hätte mich zwingen müssen ins Wasser zu steigen. Und wie hat ein gescheiter Mann mal zu mir gesagt: Hör in Dich rein, wir machen das zum Spaß und wenn es Dir keinen Spaß mehr macht dann kannst Du es auch sein lassen. Nach reichlicher Analyse war mir klar, dass mit einfach „rumblödeln“ im Training und ohne klaren Trainingsplan ein halber Ironman nicht anzugehen ist. Was mich am meisten davon abgehalten hat im Kraichgau ins Wasser zu gehen war das verdammte Schwimmen. Lange (über 4 Jahre) habe ich versucht mich selbst anzulügen und mir zu erklären: „lieber 45 Brustschwimmen und dabei im Wettkampf leiden als jede Woche 2 mal im Becken eine Stunde zu leiden“. Diese Lüge ist mir im Kraichgau voll auf die Füße gefallen. Ich habe meine Lehren aus dem 3.Juli 2018 gezogen und den Trainingsplan von Coach Preissl anno 2014 wieder rausgeholt. Ich habe mir ein imaginäres Ziel gesetzt, nämlich den Ironman 70.3 in Fuerteventura. Ich wollte so trainieren wie wenn in 16 Wochen mein eigentlicher Hauptwettkampf wäre. Angemeldet habe ich mich aber nicht.

Mein Commitment war, ich lerne Schwimmen um die 1900m durchkraulen zu können, und erst dann melde ich eine Mitteldistanz.

Nach Schwimmkurs und teils 4 mal die Woche schwimmen habe ich dann im Sommer das erste Mal 1900m im 50m Becken durchkraulen können. Ein Highlight! Zwar in Spielfilmlänge – aber ein Highlight.

Und zack, die Halbdistanz, mit der ich schon lange geliebäugelt hatte konnte gemeldet werden. Porec Triathlon (Fuerte war ausgebucht)

Croatia her we come.

Da war noch eine Sache, das Airstreeem spinnt wieder mal. Die Klemmung für den Lenker lässt während der Fahrt an Klemmkraft nach und der Lenker bewegt sich auf und ab.

Am Rennwochenede und dem Tapering am Bike einmal nicht aufgepasst und zack bei einem Hubbel, den ich mit dem Vorderrad erwische verdreht sich der Lenker um 5Grad.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch 3h bis zum Schließen des Bike Check Ins. Damit war das Wochenende schon fast durch, das Rennen ohne Bike quasi gelaufen.

Mit meiner Support Wifey online nach Bike-Läden und Radverleih geschaut, aber Fehlanzeige. Letzter Strohhalm – der Mechaniker am Eventgelände.

Leider ist der 70km weit weg beheimatet. Doch da war noch einer der Helferlein direkt an der Wechselzone, der meinte er ruft einen an, der uns helfen könnte.

Und keine 3 min später stand der Race Director in Person vor mir, zwar 10cm kleiner als ich aber willens mir sein Rennrad zu leihen und das auch noch herholen zu lassen.

Der Wahnsinn, und er wollte nur Bier dafür 🙂 Krasse Nummer, eine Stunde später stand das Rad da. Leider nicht meine Rahmengröße aber egal, Hauptsache ich konnte das Rennen angehen.

Raceday:

Am Morgen schön mit Support Bina runter zum Meer, ach ja die Strömung aus Miami noch im Hinterkopf hatte ich großen Respekt vor dem Schwimmen.

Aber Neo und Salzwasser sollten mir da schon kräftig helfen. Noch ein Bussi von der Bina und ab ins Wasser. Dieses Mal war der Kopf so frei wie noch nie, fernab von allen Zeitvorgaben und irgendwelchem Leistungsdruck stehe ich in der Plava Laguna und freue mich schon fast aufs Schwimmen.

Das viele Kachelzählen der letzten 12 Wochen hat sich ausgezahlt und ich kann die Strecke echt durchkraulen, nur das mit der Orientierung klappt noch nicht so gut. Ich schwimme im zick-zack und ich muss zur ein paar Mal Brust schwimmen, da ich sonst die Bojen nicht sehen kann. Mit 41 Minuten steige ich mit neuer PB aus dem Wasser Yeeeeahhh ab aufs Bike von Goran.

Es geht gefühlt immer leicht bergauf und die Straßen gleichen asphaltierten Feldwegen hierzulande. Gottseidank bin ich nicht mit Airstreeem unterwegs, die Vibrationen hätten die Schrauben im Nu aus der Lenker Klemmung gewackelt.

Das Bike von Goran ist ein Stück zu klein und das merke ich ab Kilometer 50 sowohl in Beinen, Armen als auch im Rücken. Aber die Freude über den Ausblick auf die Landschaft und die Möglichkeit das Rennen zu bestreiten überwiegt. Der Zeitverlust beim bergauf Radeln ist beim bergab fahren nicht zu kompensieren. Die 35 Kurven mit „Vollbremsung“ und immer wieder Speedbumbs und schlecht Strassen kennzeichnen die Rennstrecke. Gesundheit und ein intaktes Bike gehen vor Speed und so komme ich erst nach fast 3h von der Radstrecke zurück.

Auf das Laufen habe ich mich am meisten gefreut, und ich komme in die ersten Kilometer auch echt gut rein. Meine Kilometer Zeiten pendeln sich so bei 5.20-5.30min ein und es geht dahin.

Der enge Rundkurs macht es möglich, dass ich meine Bina alle 1,5km sehe und sie mich anlügen kann: „gut schaust Du aus, da geht noch was“. Bei der Hälfte des Rennens werden die Beine echt schwer.

Die Pumpe ist noch gut in Schuss aber die Schenkel sind auf dem Bike ganz schön in Mitleidenschaft gezogen worden. Jetzt gilt es das Ding einfach nach Hause zu laufen.

Während des gesamten Rennens habe ich mir null Zeitdruck gemacht und auf der Uhr nur den Puls anzeigen lassen. Meine Laufzeit sollte der schnellste Halbmarathon und meine PB in der 5. Mitteldistanz sein und auch meine Gesamtzeit war mit 5:31h echt ganz passabel. Halbdistanz I`m back.

Mit etwas Abstand zu den Widrigkeiten dieses Jahres und des Rennwochenendes muss ich sagen, dass ich diesen Sport so großartig finde Man bekommt einfach zurück was man reinsteckt .

Wie immer mag ich hier danke sagen. DAAAANKE an Goran für das krasse Ding mit den Leih-Bike, wie sehen uns auf dem Oktoberfest. Danke liebste Bina für ein Wochenende, das ich nicht vergessen werde.

Danke an alle Helferlein und Streckenposten. Danke Petrus für das tolle Wetter.

 

Innsbruck Alpine 42k – 18 Monate ohne Wettkampf sind vorüber

Vor einem halben Jahr hat meine Lauffreundin Julia sich für den Innsbruck Alpine 42k Bergmarathon angemeldet und ich bin direkt auf den Zug aufgesprungen. „Komm schon 1300 Höhenmeter auf 42k ist gar nicht so viel, das kann man schon mal machen“ hab ich mir so gedacht. Die letzten 18 Monate war ich zwar sportlich, aber ich habe eher nach Wohlfühlen trainiert, und mein Anzahl an gelaufenen Höhenkilometern lässt sich wohl an einer Hand abzählen. Auch Schokolade und Konsorten haben in den letzten Monaten deutliche spuren hinterlassen und mein Gewicht hält sich gerade mal bei etwas unter 100kg. Im Nachhinein eigentlich alles keine guten Voraussetzungen für ein Rennen im Berg. Aber wer wenn nicht ich würde das alles verdrängen um sich voll auf den Wettkampf freuen!? Schon im Februar hab ich ein schönes Hotel für meine Verlobte und mich gebucht und mit einem freien Freitag startet dann das Rennwochenende mit dem Weg nach Innsbruck. Organisatorisch läuft alles nach Plan, die Sonne strahlt mit meiner Support-Wifey um die Wette. Wenn da nicht noch eine Kleinigkeit wäre! Seit 3 Tagen mag meine Verdauung sich nicht beruhigen und ich habe auch am Rennwochenende immer noch Durchfall. Am Freitag muss ich den Tapering-Lauf sogar schon nach 15 Minuten abbrechen um schnellstmöglich auf die Box zu kommen. Am Raceday dann dasselbe Bild. Eigentlich sollte man als normal denkender Mitteleuropäer jetzt sagen: „hey die Sonne scheint, lass uns relaxt an die Strecke stellen, den Teilnehmern zuwinken und die Startnummer zu Hause lassen.“ Aber ein Sportler, genauer gesagt ich, kann das nicht. Letzter Ausweg: Immodium akut! Macht den Darm dicht aber eben auch den Stoffwechsel unbrauchbar. Soviel zu den Voraussetzungen.

Am Morgen des Rennens, das um 12.30 Uhr den Startschuss hören sollte kümmert sich mein Support Wifey so cool um mich. Behutsam und  unaufdringlich hilft sie mir beim Packen der Pflichtausrüstung, beim Tapen und was sonst noch so anfällt. Zu dem Zeitpunkt macht sie sich mehr Stress, damit ja alles klappt als ich.

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Dann geht es schon los. Der Start ist nicht direkt in Innsbruck sondern am Natterer See. Wifey bringt mich dahin und wartet mit mir auf den Start. Ich hoffe bloß, dass mein Magen hält und ich finishen kann.

Start

Und los geht es. Pünktlich um 12.30 Uhr laufen wir los, und weil ich mich viel zu weit vorne in den Startblock gestellt habe lasse ich mich von der Pace der anderen Läufer mitreißen und laufe zu schnell los. Nach 5km fange ich mich selbst und komme in meiner Zone an. Die Landschaft rund um Innsbruck ist grandios und auch der Magen scheint zu halten. Bei der ersten Station, an der ich mein Support-Wifey sehe liege ich super in der Zeit. Alles läuft reibungslos und bei Bergfest Kilometer 21 liege ich mit 2h17min weit unter der Zeit, die ich für ein Sub 5h Finish benötigen würde. Die Rechnung habe ich aber leider ohne die Wirkung vom Immodium gemacht. Ab KM 25 geht es mir wie 2014 beim Marathon auf Mallorca. Alles was ich an Essen und Trinken zu mir nehme will wieder raus. Das spüre ich am ganzen Körper, jeder Schritt tut mir weh und ich denke andauernd ans Aufhören. Die Kilometer werden immer zäher und die letzten knackigen Anstiege sollten erst noch kommen. Schon vorher wusste ich, dass das Profil ab Kilometer 30 für 5 Kilometer nochmal richtig hart werden sollte. Bergauf ging es über eine Waldautobahn aber bergab dann im Zick Zack über Steine und Wurzeln. In den letzten 2,5h habe ich körperlich echt gelitten und mein Kopf hat sich schon ausgemalt wie ich alle weiteren Wettkämpfe dieses Jahr absage. Wäre meine Bina nicht an 5 Punkten gestanden um auf mich zu warten, mich zu pflegen und mich anzulügen: „gut schaust Du noch aus Spatzerl, das geht schon noch“ wäre ich sicher nicht im Ziel angekommen.

Nach ewigen 5h24min dann endlich das ersehnte Ziel. Vollkommen am Ende und mit letzter Kraft laufe ich in Innsbruck durchs Ziel. Danke lieber Gott, dass es vorbei ist. Viel Gutes kann ich dem Rennen zu diesem Zeitpunkt nicht abgewinnen. Ich habe durchgehalten und wieder viel über mich und meinen Körper gelernt. Das Erdinger Alkoholfrei schmeckt dafür umso besser.

Mit ein paar Tagen Abstand und mit Blick auf die Ergebnisliste weiß ich, dass das Terrain wohl vielen Läufern so einiges abverlangt hat. Ich bin trotz meiner Scheiss Zeit 111. von 467 Läuferinnen und Läufern geworden. Das vordere Viertel bei so einem Event zu erreichen ist für mich ein tolles Ergebnis und angesichts der Umstände auch echt überraschend.

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Jetzt ist es wieder mal an der Zeit DANKE zu sagen. Danke liebste Bina für ein tolles Wochenende. Danke liebe Organisatoren für ein tolles Rennwochenende. Danke an alle Helferlein und Bergeretter – OHNE EUCH GEHT ES NICHT. Danke an den Petrus, der an dem Wochenende ein Tiroler war.

Ich komme nächstes Jahr wieder!

 

 

Welcome to Miami – Ironman 70.3

Ich habe nach dem überwältigenden Wettkampf in St. Pölten früh in der Saison nach einem 2. Ironman 70.3 Ausschau gehalten, und was gibt es denn besseres als den Saisonabschluss mit einem Urlaub zu verbinden. Miami sollte es sein. Ende Oktober passt Miami da natürlich ganz gut, das Wetter ist toll, die Gegend sehenswert und der Wettkampf dort laut Veranstalter echt eine Reise wert. 8 Tage hatte ich um mich beim Tapering an das Wetter, das Meer und den Wind zu gewöhnen. Ich nehm es gleich mal vorweg – ich hab mich nicht daran gewöhnt. Den Urlaub überspringe ich einfach und komme direkt zum Wettkampf.

Am Sonntag um 8.35 Uhr startet meine Schwimmwelle direkt im Meer vor dem Bayfrontpark und es sollte das erste mal im Meer und NEo für mich sein. Crazy nach 40 min schaue ich auf die Uhr und da waren sicher noch 600m vor mir. Auch wenn das Meer mich trägt geht mit Kraulen mal wieder so gar nix, die Strömung macht mir als schlechtem Schwimmer voll zu schaffen. Nach über 1h steige ich erst aus dem Wasser und im Kopf ist damit das Rennen schon vorbei. Ab aufs Rad und raus aus Miami schlägt mir der Wind ins GEsicht und auch mein Bike macht wieder Zicken. Ich bekomme meine Gedanken so gar nicht sortiert und ich leide unter dem Winde und dem Wissen um die schlechte Schwimmzeit. Im 2 Minuten Takt kommt die Klemme für meine Sattelstütze aus dem Rahmen und auch mit meinem Lenker stimmt was nicht. Endlich kommt die langersehnte Wend bei KM 45 und ab jetzt hilft der Wind mir. Zumindest bis er wieder dreht … Weder beim Schwimmen noch beim Radfahren geht an dem Tag auch nur ein Bisserl was. Auf der Laufstrecke habe ich mir für diesen Tag ein 1:45h vorgenommen und so lauf ich auch los. Die Rechnung habe ich aber ohne die Sonne gemacht, die an diesem Tag die 33 Grad auf den Asphalt zaubert. Ich entscheide mich für das gesunde Durchkommen und ich laufe einfach in der Komfortzone und dantel den Lauf heim.

Im Ziel und dann wieder im Hotel überwältigen mich dann aber die Gefühle, ich kann es kaum fassen was für eine Scheiß Rennen ich da abgeliefert habe. Null Fighterherz, null Power dichte ich mir selbst an. Aber das Ganze wird dann relativiert als die Ergebnisse online sind. Bei meinen bisherigen Halbdistanzen habe ich es noch nicht mal in die vordere Hälfte der Finisher geschafft. In Miami dann aber unter das erste Drittel. Jetzt heißt es Offseason.

Alles in allem ist auch das eine Erfahrung die ich machen muss und auch die kann mir keiner nehmen. Danke Miami Du kleine Bitch.

Danke an alle Volunteers für den Super Job auf und um die Strecke

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Arberland Ultra Trail 2016

Yeah Yeahh Yeahhh seit gestern bin ich ein Ultraläufer. Aber der Reihe nach. Im Dezember 2015 habe ich mich für den Arberland Ultra Trail mit 60km und 2500hm angemeldet. Und was soll ich sagen!? Es spricht Bände, dass ich das erste mal bei einer Anmeldung die Rücktritts-Versicherung mit gebucht habe. Ich hatte den Lauf immer im Hinterkopf aber erst Ende Juli ist mir so richtig klar geworden,dass ein paar Höhenmeter im Training nicht schaden würden

VORBEREITUNG

Die Zeit wird knapp und die Wochenenden sind großteils schon verplant. Jetzt heißt es einfach so gut es geht Bergläufe ins Training einzubauen. Nach dem ITU in Hamburg geht es das erste mal hoch. Aus 600hm daheim hoch aufs Kalteck werden 14 Tage später 1100hm am Wallberg, und den Tag drauf geht es direkt nochmal hoch zur Rotwand. Alles easy auf Wanderwegen und Waldautobahnen. Im August will ich es dann mal wissen und ich laufe 2 mal den Wallberg rauf und runter, um mal zu spüren was die Höhenmeter bedeuten. Und das läuft echt gut.  Bis Mitte September schaffe ich es aber nicht mehr auf den Berg, und so steht schon die Generalprobe an. Ich hab mir mit google 35km als Strecke mit 1500hm zusammengestellt. Das haut aber so gar nicht hin, Wege sind zugewachsen und ich verlaufe mich immer wieder. Das kann ja nur besser werden.  Voll fit aber ohne wirkliche Erfahrung mit Wanderwegen und steinigen Auf/Abstiegen (ich rede nicht von Geröll sondern von Monster-Steinen) komme ich am Abend zuvor schon in Bodenmais an. Mein Hotel ist keine 50m vom Start entfernt und nach Freitags-Carboloading packe ich schön meinen Rucksack mit all den vorgegebenen Sachen. Immer wenn ich was Neues an Event vor mir hab kann ich null schlafen, und so sollte es auch in der Nacht sein. Um 5 Uhr wird das Tape angelegt und dann geht es auch schon runter zur Startaufstellung. Mein Rucksack wird kontrolliert und ich sauge die Atmosphäre auf. Dieses mal schockieren mich die Shirts von den Transalpines und 4Trails nicht. Beim RHEX war das noch anders bis ich die Shirts oft weggedrückt habe.

RENNEN

Obwohl ich lange auf diesen Punkt hingefiebert habe bin ich kaum nervös. Puls noch zweistellig gilt es jetzt einfach zu laufen. Markus Rühle würde dazu sagen. „Dann leg Dich halt hin Du Arschloch und drück die Scheiß Stange hoch“ Auch wen das hier nicht Bankdrücken ist passt die Aussage. Man muss es einfach machen. Mit dem Wissen, dass ich 35km mit 1200hm in 4h schon gelaufen bin habe ich mir in der Reihenfolge Folgendes vorgenommen:

1.) Gesund ankommen

2.) Unter 8h ankommen

Und schon geht es los. In der Mitte vom Feld laufe ich aus Bodenmais los und ich werde von einer Mitläuferin zugetextet. Das ist ganz gut, so kommt gar nicht erst die Nervosität hoch. Wie immer am Morgen spielt mein Puls verrückt und ich höre einfach auf die guten alten Knochen. Keine 2km sind durch und es geht auf den Silberberg hoch. Gerade als die Sonne rauskommt erreiche ich eine Aussichtsplattform – ein unglaublicher Blick bietet sich mir. Keine 200m weiter spielt eine Blaskapelle auf. Der Woid ist einfach der Wahnsinn. Ab jetzt geht es easy bergauf bergab und bei Kilometer 20 wartet das erste mal meine Support-Crew. Ich bekomme frisches Iso und Gels. Ich hab mir vorgenommen nur Erprobtes zu mir zu nehmen um das Risiko einer Magenverstimmung einzudämmen. Über Böbrach geht es wieder zurück nach Bodenmais. Ab dann geht es nur bergauf und das gefühlt forever. 2h sollte es dauern bis ich den Großen Arber erklimme. Auf der Höhe von Drachselsried wartet wieder die Crew und ich muss aus meinem Schuh raus. Der getapete Zeh droht zu „explodieren“. Ich trinke, nehme ein Gel und erzähle, dass es mir gut geht. Da jetzt keine Stelle mehr kommt, an der mich die Crew abfangen kann (nicht per Auto erreichbar) vereinbaren wir uns am Arbersee. Der Aufstieg auf den Kleinen und Großen Arber ist crazy, dennoch bin ich guter Dinge was mein Zeitziel angeht. Bei 3h57min überquere ich die 30km Marke – Bergfest im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe das Terrain voll unterschätzt. Das hat nix mehr mit Trailrunning zu tun. Das ist echtes „Bergsteigen“. Oben am Arber angekommen habe ich dann doch Zeit für ein Gipfel-Selfie. Und dann geht es bergab. „Anspruchsvoll“ haben die Veranstalter es genannt. Ja bist Du deppert!? Da geht es Kilometer weit in krasser Art bergab. Da brauchst Du fast einen Bergführer. Ich erinnere an das Ziel Nummer 1. Und um da gesund zu bleiben riskiere ich mal so gar nix und ich verdantel beim Abstieg massiv viel Zeit. So hab ich mir das nicht vorgestellt. Und das sollte nicht das letzte Mal sein, dass so ein Abstieg kommt. Runter vom Arber geht es an den Arbersee. Und was ist das? Keine Support Crew 🙁 Angeleitet von Ordnern haben die sich ins Boxhorn jagen lassen und sind schon in den Zielbereich zurück. Ich nehme am Verpflegungsstand Iso und Gel auf. Würde mein Magen das mitmachen!? Mal schauen. Pissed, dass die nicht da sind und dem Wissen um die Gefahr von Magenproblemen geht es weiter, und jetzt sind es noch 20km. Das wird hart. Und jetzt kommt  die Zeit, in der der Kopf eine Rolle beim Hochdrücken der Stange spielt. Alles tut weh. Die Pumpe ist voll da aber die Beine wollen eigentlich nicht mehr. Dennoch zwinge ich mich die Anstiege flott zu nehmen und immer wieder bergab in den Lauf-Mode zu schalten. Krass wie hart es sein kann 6min/km zu laufen. Ich drücke die Kilometer weg, Einzig der letzte Anstieg hoch zu den Rißlochwasserfällen kauft mir die Schneid ab. Wenig Wasser und kein Gel mehr im Gepäck werde ich echt langsamer und ich muss mit meinen Kräften haushalten. Zum Glück hält der Magen! Der Anstieg ist ultimative Probe für den Kopf. 3h später sollte mein Vater mich fragen ob ich je ans Aufgeben gedacht habe. Nein hab ich nicht. Eher daran wie ich noch schneller heimkomme. Crazy shit wenn Dir eh alles weh tut. Zum Bayern Spiel wollte ich auf alle Fälle im Ziel sein. Immer wieder kann ich das Gefühl des Zieleinlaufs hochholen und das hilft mir mich immer wieder zu pushen. Und jetzt geht es nur noch bergab. Nach den Wasserfällen geht es auf Waldwegen immer easy runter. Da kann ich nochmal den Swag aufdrehen und bestimmt 10 Läufer einkassieren. Und als ich aus dem Wald raus am Rand von Bodenmais ankomme wird mir klar: Ultra ist auch nur ein Wort 🙂 Aber ein GEILES wenn man sich selbst so nennen darf. Ich kämpfe mit den Gefühlen die da hochkommen, all das Training, all die Vorbereitung, Physio, Laufschule, Orga usw. Alles für den einen Punkt. Zieleinlauf in Bodenmais. Und dann ist es soweit. 8:21h später und mit mächtig Stolz und Eiern im Gepäck laufe ich in Bodenmais ein. Die 8h konnte ich wegen des Terrains nicht halten und das erste Mal bin ich trotz des gerissenen Ziels zu 100% HAPPY UND STOLZ: Ich sag es gern wieder: Das kann mir keiner nehmen.

DANKE

Danke an all die Organisatoren und Sponsoren für das geile Event. Danke an Petrus Du bist hoid doch a Bayer! Danke an all die Helfer an der Strecke, hell of a job! Danke an Inga Klingels für die Stunden an meinem Oberschenkel und die Anleitung zum Tapen. Danke an Anja Lamberty für die Laufschule. Und Last but not least but most important DAAAAANNNNKEEE an meinen Dad und meine Schwester für den Support an der Strecke. Ohne Euch geht es nicht, ein Athlet ist nur so gut wie sein Umfeld.

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ITU World Triathlon Hamburg meine Perle

Kurz und schmerzloser Rennbericht. Leider hat das Experiment mit der Lemberger Diät so überhaupt nicht geklappt. Im Wasser keine Luft bekommen (-3min zum letzten Jahr) auf dem Bike 2 mal geko… und beim Laufen nur genauso schnell wie im Jahr davor. Dennoch ein geiles Wochenende mit den Jungs Dani, Fackler und Valentin

nninfo

Split Zeit Platz
Swim 00:37:59 1827
Trans 1 00:05:29 686
Bike 01:11:32 895
Trans 2 00:03:12 316
Run 00:47:50 780

Gesamt

Platz (M/W) 986
Platz (AK) 144
Platz (Gesamt) 1073
Zielzeit (Brutto) 02:45:59

Rund um Köln – 127km auf dem Rennrad

Am 12.06.2016 war es dann mal so weit, mein erstes Rennrad-„Rennen“ sollte anstehen. Ich wollte nicht wie im Jahr davor eine Easy-Sonntagsausfahrt draus machen und statt der 60km diesesmal die 127km mit Zeitvorgabe bewältigen. Von Köln aus ins bergische Land standen dazu noch knapp 1200 Höhenmeter vor mir. Und weil das ja nur ein Spaß-Wettkampf für mich sein sollte habe ich auch unter der Woche ganz normal trainiert. Nur das Carboloading habe ich brav mit Nudeln, Schoki und Briochezopf durchgezogen. Futtern mit Ausrede – voll mein Ding. Ich war eigentlich ganz auf mich alleine gestellt weil keiner meiner Radlkollegen in Köln an dem Wochenende „Zeit“ hatte. Da ich als wirklich Letzter auf die Strecke ging hab ich es auch gleich mal auf den Titel von Rund um Köln auf deren Webseite und die Best-Of-Photos geschafft. Raus aus Köln – und das schon ganz schön flott – hatte ich null Strategie oder Taktik im Kopf. Einziges Ziel: Nicht vom Kehrfahrzeug erwischt werden. Bei 30km/h Schnitt als Vorgabe war das für mich ohne ein Team für Windschatten usw. gar nicht so einfach, zumal das bergische Land und der Wind da auch ein Wörtchen mitzureden hatten. Immer wieder hab ich versucht mich an Gruppen zu hängen, was so weit hinter dem ambitionierten Feld echt schwierig war, die meisten Gruppen waren mir zu langsam und gerade am Berg bin ich den Gruppen dann meist davon gefahren und musste mich neu einsortieren. Ich denke, dass ich zweidrittel der Strecke ohne Windschatten unterwegs war und wenn ich mich irgendwo drangehängt habe, hat mir der Speed nicht gefallen. Das Rennen selbst war sehr abwechslungsreich und 2 mal den Schloßberg von Bensberg hochzuradlen hat schon was. Alles in allem ein eher unspektakulärer Sonntag und eine schöne Ausfahrt. Ich bin nächstes Jahr wieder dabei aber ich werde mein Ziel von Ankommen auf 3:45h hochschrauben, dann da geht einiges.
Danke an alle Streckenposten, Polizisten und Helfer.